Turmfest mit Lagerleben
12. September in Schrobenhausen



30 Jahre sind wir nun alt. Naja so ganz genau weiss es eigentlich keiner, wann ein Verein oder in dem Fall die Abteilung Geburtstag hat. Aber wir nehmen die 80er an als unser Gründungsjahr. Aus dem Jahr sind die ersten Protokolle von der Truppe, welche das Fähnlein mit dem Elefanten gründeten, in denen von Aktivitäten des Fähnleins Helfenstein die Rede ist und nicht mehr nur von der Gruppe Wagenbau im Frundsberg Festring Mindelheim e.V.
Wie auch immer, in den letzten 10 Jahren ist einiges passiert. Wir haben manches geändert, aufgegeben oder neu angefangen. So wie es sich für eine Aktive und engagierte Mannschaft gehört. Natürlich sind wir darauf sehr stolz, wissen aber auch dass dies alles auf den Leistungen der ersten Helfensteiner aufbaut.
Nach dem Salut der Arkebusiere unter dem Befehl von Hans Feder startete unser Geburtstagsfest. So feierten wir mit dem Fähnlein Frundsberg und dem Fähnlein Rechberg, sozusagen unsere Geschwister im Festring, und den Abteilungen Durahaufa und Mindeloina. Der Spielmannszug durfte spielfrei mitfeiern und Nancy, Steffi und Sandra erfreuten uns mit Renaissance-Musik. Wir freuten uns über den Besuch des Fähnleins Ems, welches uns bei Besuchen im Frundsberg Fest stets auf das freundlichste empfängt. Mit den frommen Rotten aus Schrobenhausen verbindet uns eine lange Vereinsfreundschaft. Es ehrte uns, dass erster Bürgermeister Dr. Stephan Winter und zweiter Bürgermeister Herbert Kugler, als Vertreter des Magistrates mit uns feierten.
Am Spectaculum öffneten wir dann den Burghof für das Volk. Kaffee-Paul und Metzger Altstetter kamen ins Schwitzen. Aber auch unsere Knechte und Mägde gaben alles für das leibliche Wohl unserer Besucher. Diese strömten in grossen Mengen zu uns herauf auf die Burg. Die Fanfaren und das Bläser-Ensemble der Stadkapelle sorgten für gute Unterhaltung. Die Trummenschlager und Sackpfeifer bildeten zusammen mit den Gauklern aus Memmingen den Höhepunkt.
Feuerwehr und Sicherheitsdienst Danner hatten alles gut im Griff, so dass sich die Gäste das Bier der Fa. Greiner in entspannter Atmosphäre schmecken lassen konnten. Abschliessend und nicht vergessen gilt der besondere Dank dem Verlag W. Sachon, welcher uns bei der Durchführung des Festes bestens unterstütze. Es hat uns sehr gefreut, dass wir Frau Ernestine Sachon mit Begleitung bei uns begrüssen konnten.
Kurz und gut - allen die zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben DANKE!!



Mitten in Antwerpen stellten rund 1400 Mitwirkende eine der grössten Schlachten der mittelalterlichen Reenactment-Szene nach. Ein bunter Haufen aller Mindelheimer Fähnlein versammelte sich unter dem Banner von Ludwig Graf Helfenstein. Frundsbergische Freiknechte, Emser Fechter, Schertlin-Leute und vom letzten Landsknechtstross zu Mindelheim Hans Feder zogen nach Belgien. Letzterer fungierte als Locotenent der Soldaten.
Es traf sich in Belgien zum elften Mal alles was Rang und Namen hat. Aus ganz Europa strömten Darsteller des Spätmittelalters bis hin zum Übergang in die Renaissance. Ritter und Landsknechte, edle Frauen und einfache Mägde schlugen ihr Lager auf. Ohne Strom und nur mit Zelten entstand ein riesiges Feldlager. Durchzogen von einem Markt der keine Wünsche offen liess. Einziges Zugeständnis an die moderne Zeit waren die chemischen Toiletten.
Höhepunkt war die offene Feldschlacht. Diese erfolgt in Erinnerung an die Ereignisse von 1477 als sich Flamen und Valonen gegenüberstanden. Als die Städte in politisch unruhigen Zeiten verlorengegangene Rechte vom Herzog von Burgund zurück erobern wollten und auch Antwerpen in diese Kriege verwickelt war. In der Geschichte waren die Flamen die Verlierer dieser Schlacht. Die Mindelheimer Hellebardiere kämpften auf Seiten der Valonen und eroberten unter der Führung von Feldhauptmann Hartwig Lieb zusammen mit den Knechten von Mercenarius aus Horb und Arma Georgii aus Furth im Wald drei Fahnen.
Wir waren froh, als alle wieder wohlbehalten in das Lager zurückkamen und für keinen der Kämpfer der Feldscher gerufen werden musste. Die Verpflegung, welche von Trosswaibel Manfred Maucher und seinen Mägden Isolde Maucher und Ulrike Spies aufgetischt wurden, liess zusammen mit einem wohlverdienten Bier die Anstrengung der Schlacht schnell vergessen. Umrahmt von der Renaissance-Musik des Frundsberg Festrings erlebten wir schöne Anbende und so war der Ausritt nach Antwerpen ein voller Erfolg und ein unvergessliches Erlebnis. Mehr Bilder in der Bildergalerie.
03.09.2010
Fähnlein Helfenstein
11.09.2010
Fähnlein Helfenstein
12.09.2010
Rechbergschützen, Fähnlein Helfenstein